Sehr geehrte Patientin,

sehr geehrter Patient,

sehr geehrte Angehörigen,

 

In den meisten Fällen, in denen eine Krebserkrankung auftritt, ist keine unmittelbare Ursache hierfür zu erkennen. Die Krebserkrankung kann zwar durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst worden sein, tritt prinzipiell aber zufällig auf.

 

Eine Ausnahme stellt die familiär vererbte Krebserkrankung dar. In diesen Fällen liegt eine genetische Ursache für Krebs vor. Dies ist z.B. bei ungefähr fünf Prozent aller Brustkrebspatientinnen (und auch bei Männern mit Brustkrebs) der Fall.

 

Liegt der Verdacht vor, dass es sich in Ihrem speziellen Fall um eine erblich bedingte Form des Brust- und Eierstockkrebs handeln könnte, so empfehlen wir Ihnen eine genetische Beratung. Im Anschluss kann dann gegebenenfalls eine genetische Testung durchgeführt werden. Dies gilt für die/den betroffene/n Patientin/nen wie auch für Familienangehörige.

 

Familiärer Brust- und Eierstockkrebs zählt zu den am besten untersuchten genetisch bedingten Krebserkrankungen. Es sind inzwischen zwei Gene gut untersucht, in denen Mutationen ursächlich für die Entstehung von familiärem Brustkrebs und Eierstockkrebs sind. Diese beiden Gene werden als BRCA1 und BRCA2 bezeichnet. (mit Sicherheit gibt es weitere verantwortliche Gene und ihre Mutationen, die bisher aber noch nicht bekannt bzw. nicht ausreichend untersucht sind.)

 

Eine große Zahl von wissenschaftlichen Untersuchungen konnte zeigen, dass eine Mutation im BRCA1-Gen bei Frauen zu einem Risiko von 80 Prozent führt, im Laufe des Lebens an Brustkrebs und 40 Prozent, an Eierstockkrebs zu erkranken. Frauen mit einer Mutation im BRCA2-Gen weisen ein Risiko von etwa 70 Prozent für Brustkrebs und 30 Prozent für Eierstockkrebs auf. Eine Mutation im BRCA2-Gen findet man häufig in Familien mit betroffenen männlichen Angehörigen.

 

Es ergaben sich zudem Hinweise, dass auch das Risiko für Krebserkrankungen anderer Organe in den Familien mit familiären Brust- und Eierstockkrebs gegenüber dem Risiko in der allgemein Bevölkerung erhöht ist.

 

Das Angebot einer genetischen Beratung bei familiären Erkrankungen hat wegen der Möglichkeit genetischer Untersuchungen an Bedeutung zugenommen und wird in der Regel von den ratsuchenden als sehr hilfreich empfunden. Durch die Möglichkeit, Beratung und Diagnostik miteinander zu verbinden werden wichtige Informationen für die ganze Familie gewonnen. Jedem Familienmitglied kann dabei eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Vorsorge, Früherkennung und Behandlungsmöglichkeiten gegeben werden. Dabei ergibt sich häufig eine Betreuung der Familie über mehrere Generationen. Die Nachkommen der Betroffenen haben häufig große Sorgen und Hemmungen , was die Realisierung ihres Kinderwunsches betrifft. Diese können sie mit dem Humangenetiker besprechen und bekommen in den meisten Fällen Unterstützung in ihren Entscheidungen. 

 

Einen humangenetische Familienberatung dauert in der Regel etwa eine Stunde. Es können nach Wunsch auch mehrere Familienangehörige teilnehmen. In vielen Fällen können nach einer Beratung weiterführende genetische Untersuchungen zur Abklärung der Fragen angeboten werden. Der Inhalt des Gesprächs und die Ergebnisse der durchgeführten Untersuchungen werden schriftlich zusammengefasst und den ratsuchenden und dem überweisenden Arzt zugesandt.

 

Bei der humangenetischen Familienberatung handelt es sich um eine ärztliche Leistung, deren Kosten von den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen übernommen werden. Patienten, die gesetzlich versichert sind benötigen einen Überweisungsschein.

 

Sie haben noch Fragen?

Wir beraten Sie gern, wenn Sie weitere Fragen haben.

 

Dass in unserer Institut eine 25jährige Erfahrung bezüglich genetischer Grundlagen von Krebserkrankungen und deren Diagnostik einfließt, ist für Sie und Ihrer Familie sicher von großem Vorteil.

 

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